Corona Virus und Change Management März 2020

Noch einer der mit der Situation Umsatz machen möchte. Darum geht es hier nicht. Ich finde aus der Rede von Herrn Söder am 16.03.2020 zum Katastrophenstatus der Bayern kann so mache Führungskraft viel lernen.

Schaut euch das Video an und stellt mal in den Hintergrund, ob Ihr Herrn Söder mögt oder nicht, und legt die Maßnahmen nicht auf die Goldwaage. Achtet mal mehr darauf, was die Intension dahinter ist, warum er das sagt. Das Video zur Pressekonferenz dauert 15 Minuten. Ich will jetzt das Video nicht im Detail kommentieren, schaut es euch selbst an.

In dem Video habe ich einige Ansätze aus dem Change Management gefunden. Nicht dass das Change Management das erfunden hat, aber Katastrophen Management sollte, wie ein Projekt, nicht nur die physische Bewältigung managen. Auch Menschen müssen eingebunden und informiert werden.

Was hat er gemacht

Gleich zu Anfang macht er klar, dass jetzt nicht mehr zu spaßen ist. Klare Aussage, es muss sich was ändern. Zeigt auf, dass dringend etwas getan werden muss, dass es so nicht mehr weiter gehen kann (Kotters erster Schritt der Dringlichkeit, Bridges Mark the Ending).

Danach gibt er gleich das oberste Ziel bekannt und im Verlauf der Ansprache auch weitere Unterziele. Er sagt klar, was zu erreichen ist. Weiter geht er auch auf die Konsequenzen der Katastrophe ein. Spricht auch von Tod. Drastisch, aber wenn es so ist.

Mehrmals fordert er alle auf, sich daran zu beteiligen. Nicht die Füße still zu halten. Aber auch sozial zu sein und z. B. keine Hamsterkäufe durchzuführen. Stichwort Klopapier.

Es werden die Maßnahmen und Einschränkungen erläutert. Beides differenziert und im Detail festgestellt.

Alles in allem hat er damit die Sorgen und Nöte der Menschen angesprochen und eine Lösung adressiert.

Die auferlegten Einschränkungen hat er erläutert. Damit diese Sinn gegeben. Erklärt das WARUM der Maßnahmen, dass die Maßnahmen einschneidend, herausfordernd für Wirtschaft, Gesellschaft und Medizinwesen sind.

Mit seiner Aussage zur finanziellen Sicherung geht er auf das Grundbedürfnis der persönlichen Absicherung ein (Maslow).

Immer wieder stellt er die Geschlossenheit der Führung heraus und wiederholt seine Kernaussage:

Niemand wird alleine gelassen, bzw. hängen gelassen. Kein Grund zur Panik oder Hamsterkäufe.Das Leben geht weiter und wird auch gesichert.

Er hat immer wieder aktuelle Problem adressiert und Lösung gegeben. Bittet um soziales Verhalten und um Ruhe und Besonnenheit.

Ab 15:05 im Video, einem schönen Schlusswort, geht er auch auf Widerständler ein und bittet um Verständnis. Nicht alles ist perfekt und wir müssen aus der Situation lernen.

Zusammenfassend was zu tun ist

  • Das „Ende des Jetzt“ markieren. (Und ich glaube, dass Deutschland nach der Krise nicht mehr das Deutschland von davor sein wird).
  • Dringlichkeit/Wichtigkeit erzeugen.
  • Einen Plan zeigen.
  • Auf Sorgen und Nöte eingehen.
  • Anstehende Fragen, Sorgen und Probleme beantworten, adressieren und Lösungen geben.
  • Verständniswerbung.
  • Sicherheit gegeben.
  • Mehrwert der Aktionen aufzeigen.
  • Auch Seiteneffekte. Z. B. Kommunalwahlen ansprechen und darauf eingehen. Dadurch störende Seiteneffekte mindern.

Viele Firmen haben Ihre Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt, fordern Urlaub zu nehmen oder Überstunden abzubauen. Viele Mitarbeiter dümpeln jetzt vor sich hin und werden immer mehr unsicher. Drehen sich im Kreis und kochen im eigenen Saft. Sie jetzt allein zu lassen ist fatal. Gerüchteküche willkommen. Schon das Whatsapp Video mit den Schmerztabletten gesehen?

Die Chefs und Führungskräfte sind jetzt speziell gefordert, Sicherheit und Zuversicht zu schaffen. Dabei, so finde ich, ist Tacheles sprechen angesagt.

Bleiben wir möglichst gesund.

Michael Zwick

Hier noch der Videolink. https://www.youtube.com/watch?v=QE3K3j0HV6I


Erstellt am 17/03/2020 17:53 durch zwickmic